Magie
einer Weihnachtspflanze
Flores
de Noche Buena - Blumen der Heiligen Nacht
Weihnachtsstern
/ Euphorbia pulcherrima
.
Die
Pflanze mit den sternförmig angeordneten feurig-roten Blättern wird
nicht nur bei uns in Europa, sondern auch in vielen Teilen der Welt mit
Weihnachten in Verbindung gebracht. Rot, die Farbe der Erdenergie,
des Blutes und der Liebe, Grün die Farbe des Lebens und des
Sommers - mit der Symbolkraft dieser beiden Farben passt die Pflanze aus
fernen, sonnigen Ländern genau zur Weihnachtssymbolik unserer Breiten.
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Der
Weihnachstsstern zählt zur Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceaen).
Der
Gattungsname "pulcherrima" bedeutetet "die Schönste".
Die Bezeichnung "Wolfsmilch"
weist
auf den in dieser Pflanzengruppe vorhandene, oft toxischen Milchsaft
hin.
Diese
"Wolfsmilch" schützt die Pflanzen vor Fraß und dient auch
als Wundverschluss.
Die
giftige "Schöne" sollte daher vor Haustieren und Kleinkindern
ferngehalten werden.
Die
ursprüngliche Heimat des Weihnachtssterns ist Mittel- und Südamerika
(Mexiko, Argentinien, Brasilien, Karibische Inseln). Als Zierpflanze ist
der Weihnachtsstern jedoch auch in anderen tropischen und subtropischen
Regionen der Erde verwildert. In ihrer Heimat wächst die Pflanze als
Halbstrauch und wird bis zu 4 m hoch. Die roten Blätter sind übrigens
keine Blüten, sondern Hochblätter (Brakteen). Sie locken Insekten zu
den gelblich-grünen, unscheinbaren Blüten.
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In
unseren Breiten zeigt die Pflanze ihre roten Hochblätter und Blüten
"außerhalb der Zeit" - also nicht wie üblich im Frühling
oder Sommer, sondern zur dunkelsten Zeit des Jahres. Sie ist eine
Kurztagspflanze und beginnt mit der Blütenbildung bei einer Tageslänge
von nicht mehr als 12 Stunden. Diese Bedingungen hat die Pflanze an
Standorten in Äquatornähe das ganze Jahr über.
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Das
Wunder des Erscheinens von Blüten zur Weihnachtszeit ist Bestandteil
von Märchen und Legenden des Abendlandes. Doch auch im sonnigen Mexiko
erzählt man sich die Legende eines "Blütenwunders". Von
jener Legende leitet sich der Name "Blume der Heiligen Nacht"
ab: Ein armes Mädchen, das zur Weihnachtszeit zur Kapelle ging,
wollte Blumen als Geschenk für das Jesuskind pflücken, fand aber am
Straßenrand nur unscheinbare Gräser. Als es diese bei der Krippe
niederlegte, erschienen plötzlich wunderschöne rote Blätter aus dem
"Unkraut". Jeder, der es sah glaubte an ein Wunder. Seither
heißt der Weihnachtsstern bei den Mexikanern auch "Flores de
Noche Buena" (Blumen der heiligen Nacht) oder auch Blume der
Hirten.
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Die
Indianer in Chiapas, wo der Weihnachtsstern häufig um die Maya-Ruinen
herum im Regenwald wächst, benutzen die chilli-roten Blättersterne als
Opfer für ihre alten Götter. Bei den Azteken heißt die Pflanze
Cuitlaxochitl. Xochitl bedeutet in etwa Blüte, die das Bewusstsein zum
Blühen" bringt. Mit Xochitl wird aber auch "die Blüte der
Frau" - die Leben hervorbringende assoziiert.
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Nicht
nur in der Neuen Welt wird der Halbstrauch mit Leben, Weiblichkeit und
Fruchtbarkeit in Beziehung gesetzt, auch im Himalaya und in anderen
Teilen des tropischen Asiens verehrt man den Weihnachtsstern als heilige
Pflanze. In Nepal heißt der Weihnachtsstern Lalupate -
"Roter Blätterstern-Weihrauch". Er dient traditionell wie
auch alpine Räuchermischungen in den Rauhnächten, zur Hexen- und Dämonenabwehr.
Die getrockneten feuerroten Hochblätter werden dazu anderen Räucherstoffen
beigemengt. Die rote Farbe der Brakteen symbolisiert für die Hindus die
weibliche Lebensenergie. In Nepal ist die Pflanze neben dem roten
Rhododendron die Lieblingsopferblume für die furchterregende Hexengöttin
Kali, der Göttin der Zerstörung aber auch der Erneuerung.
Quellen:
Weihnachtsbaum
und Blütenwunder Christian Rätsch, Claudia Müller-Ebeling
http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsstern_(Pflanze)