|
Die
Gundelrebe
(Glechoma
hederacea )
.
zeigt
sich bei näherer Betrachtung als äußerst kraftvolle Heilpflanze.
Diesmal
möchte ich eine alte Heilpflanze vorstellen. Sie wächst fast in jedem
Garten als Wildpflanze, doch ihre Kraft
wird
vielfach nicht mehr beachtet. Dabei wurde die Gundelrebe / der
Gundermann früher auch als "Herr des Eiters" bezeichnet. .
Die
Volksnamen sind vielfältig:
Gundermann,
Donnerrebe, Erdefeu, Erdkränzl, Gundam, Huder,
Zieckelkräutchen,
Gartenhopfen, Erdhopfen, Donnerkraut, Donnerrebe, Gundelse
engl.
ale-hoof, ground-ivy, gill-over-the ground, hedgemaid, creeping jenny,
franz.
lierre terrestre
Gund
ist das altgermanische Wort für Eiter, Beule, faulige Flüssigkeit oder
Gift und
darin erkennen
wir schon die Kraft des Krautes. Als Gundkräuter bezeichneten die
Goten, Angelsachsen, Skandinavier und Südgermanen Heilpflanzen mit
denen sich die "Wundjauche" austreiben ließ.
.
Venus
Signatur:
Die
Gundelrebe wird in der Kräuterastrologie zu den Venuspflanzen gezählt.
Venus,
die Göttin der Liebe signiert die Pflanzen mit zarten pastelligen
Blüten und steht für das Grün in der Natur.
Die
Venus zeigt sich in der Gundelrebe in ihren blauvioletten
Lippenblüten, in den nierenförmigen Blättchen
und
in ihrem satten Grün).
In
der Form der Blättchen kann ein Bezug zur Niere gesehen werden.
Niere,
Drüsen und Urogenitalsystem wiederum formieren die Bildungskräfte der
Venus.
Gundelrebenblättchen
bleiben trotz Winterkälte unter dem Schnee grün und
treiben
mit wärmender Lebenskraft im zeitigen Frühling aus (siehe
Bild: Gundelrebenblättchen: Mitte Februar Schlosspark Laxenburg bei
Wien).
Auch
Hildegard von Bingen die Seherin des Mittelalters lobte die wärmende,
trocknende Kraft
der
Gundelrebe.
.
Standort:
Die
Gundelrebe "durchwirkt" die Wiesen - in Gärten, im
feucht-kühlen
Bereich der Hecken und bei Zäunen. Die Gundelrebe sucht wie
Brennnessel und Holunder die Nähe des Menschen, sie liebt außerdem
stickstoffreiche Böden.
Beim
Sammeln sollte man darauf achten, dass man die Pflanze nicht von überdüngten
Wiesen sammelt.
.
Der
Duft des Himmels - reich an ätherischen Ölen:
Die
Gundelrebe ist wie Melisse, Dost, Thymian, Salbei, Lavendel,
Rosmarien
oder Bohnenkraut ein Lippenblütler. Die ganze
Pflanzenfamilie
ist reich an ätherischen Ölen.
Äther
(aither), ein alter griechischer Begriff steht für
"Himmelsluft"
oder "das strahlend blaue Firmament". Ätherische Öle
wollen
nichts mit den schweren Elementen Erde oder Wasser zu tun
haben,
als wären sie vorübergehend stofflich gewordene Himmelsluft,
verflüchtigen
sie sich schon bei Zimmertemperatur. Tees aus Kräutern, die
reichlich ätherisches Öl enthalten, sollte man immer zugedeckt ziehen
lassen. Ätherische Öle lösen sich im Wasser nicht besonders gut,
wohl
aber gehen sie Emulsionen mit Ölen und Fetten ein. Nach
altgermanischem Brauch kochte man solche Kräuter in
fetter Milch, vor allem in Ziegenmilch (Name Zickelkräutchen).
.
Mythologie
und Brauchtum
Allein
die Namen Gundel oder Gundermann weisen auf den Bezug zum kleinen Volk
und Gundel ist
auch
- so finde ich jedenfalls - ein hübscher "Hexenname".
Die
Gundelrebe war den Kelten, Germanen und Slawen heilig. Unter seinen dunkelgrünen
Blättchen halten sich gern mit dem
Hof
verbundene Geister und Heinzelmännchen auf.
Trägt
man Gundermannkränze zu Walpurgis, so erkenne man jede Hexe im Dorf,
hieß es.
.
Neunkräutersuppe
über
die "berühmte" kräftigende Neunkräutersuppe, die man
vor allem zu Gründonnerstag braute
ist
im Kräuterkreis April nachzulesen. Die Neunkräutersuppe muss natürlich
auch die Gundelrebe
enthalten.
Die europäischen "Urvölker" wussten um die wärmende
Gundelrebe, die mit ihrer "Himmelswärme"
Leib
und Seele zusammenkommen lässt.
.
Freya
und die weiße Geiß
Die
Gundelrebe wird mancherorts in der Schweiz auch Zickelkräutchen
genannt.
Man
gab den Geißlein ebenfalls von der würzigen und kräftigenden Neunkräutersuppe
zu
fressen, wohl damit sie gut gedeihen, doch auch zu ehren der Frühlingsgöttin
Freya,
deren
(Kraft)tier die weiße Geiß ist, die in den ersten Frühlingstagen ihre
Jungen zur Welt bringt.
Die
Ziege wiederum steht bei den indogermanischen Völkern für Lust und
Fruchtbarkeit.
.
Donar
(Thor, Jupiter) und sein Gundermannbier
Thor
bildet den männlichen Part im Frühlings-Götterreigen, als sein Tier
galt unter anderem der Ziegenbock, welcher ebenfalls Symbol der
Fortpflanzungskraft und Fruchtbarkeit ist. Dem Donar waren viele blau blühende
Frühlingskräuter geweiht, so auch der Gundermann. Der hatte die
Gundelrebe besonders gern, denn sie war ein wichtiger Bestandteil im
Bier. Auch heute sprechen wir noch vom Bockbier, das im Frühling
gebraut wird. Damit der Donnergott nicht zürnt hängte man auch
Gundelrebenkränze im Haus auf. Es sollte den Blitzschlag abwehren.
.
Milchzauber
Um
die Gundelrebe ranken sich auch manche Zaubersprüche und Schutzrituale
für das
Vieh.
Im Frühling, wenn die Kühe erstmals auf die Weide getrieben wurden,
melkte man die Milch durch einen Kranz aus Gundelrebe, gab den Tieren
Gundelrebe zu fressen, damit Milch und Kuh gesund blieben. Wenn etwas
mit der Milch nicht in Ordnung war, rieben die Melker das Milchgeschirr
mit Gundelrebe aus und wuschen es mit Gundelrebentee.
.
.
Magisch
Kochen:
.
Gundelrebe
kann in Suppen, Saucen, Topfen- und Frischkäseaufstrichen verwendet
werden.
Eine
traditionelle Speise ist die Neunkräutersuppe. Auch im Maitrunk ist
Gundelrebe enthalten.
Zusammen
mit anderen Wildkräutern war sie lange Zeit wichtiger Bestandteil des
keltisch-germanischen Bieres.
Der
Geschmack ist würzig und leicht bitter.
.
Deftige
Kartoffelsuppe mit Gundelrebe
5
große Kartoffeln
1
Karotte
1/2
Sellerie
1
kleine Zwiebel
etwas
Öl
10
dag Schinkenspeck
3
handvoll Gundelrebenblätter
1
handvoll Brennnesselblätter
.
Kartoffel
und Gemüse würfeln und in Salzwasser weichkochen.
Zwiebel
und Speck in Öl anrösten, Brennnesseln dazugeben, dann etwas Mehl dazu
und mit der Suppe aufgießen.
.
Gundelreben
Erkältungstrunk
1
Tasse heiße Milch, 1 EL Honig, 2 EL Gundelrebenblätter
Die
Gundelrebe in die heiße Milch geben, 10 min zugedeckt ziehen lassen,
abseihen, mit Honig süßen und heiß trinken.
.
Rezepte:
Wildfrüchte, - gemüse, -kräuter Elisabeth Mayer
.
energetische
und gesundheitsfördernde Wirkung der Gundelrebe
.
-
stärkend
-
wärmend
-
stoffwechselanregend
-
klärt die Haut
-
regt die Verdauungssäfte an und
stärkt die Leber
(Bitterstoffe z.B. Glechomin)
-
fördert die Schwermetallausscheidung
-
stärkt die Nieren, Blase und den Unterleib (Venuskraut)
-
harntreibend
-
Gerbstoffe unterstützen verletztes, wundes, entzündetes,
eitriges Gewebe zu festigen und zu trocknen
(Gund = altgermanisch
Eiter...)
-
reinigt und entschlackt die Atemwege
(Saponine = Seifenstoffe und
ätherische Öle)
.
-
alte energetische Anwendungsweise als
Kräuteramulett im
Thymusbereich
oder
in einem Baumwolltuch
eingeschlagen um den Hals.
.
Auf diese Weise wirken Pflanzen, auf Zonen, die in der tibetischen Tradition als Windpunkte bezeichnet werden. Diese sind im Nacken, besonders im 1., 5., 6. und 7. Halswirbel, die mit Schilddrüse und Nebenschilddrüse
korrespondieren.
Vorne
werden die beiden ersten Punkte des Lungenmeridians und die Lung/Vita Energie am Brustbein, die mit Herz und Perikard korrespondiert, beeinflusst. Damit wird insgesamt das
Prana (der
lebenserhaltende Wind) beeinflusst. Wind- Störungen werden nach der tibetischen Tradition durch feinstoffliche "Angriffe" hervorgerufen,
welche
meist als erstes die beschriebenen Zonen treffen. In
diesem Zusammenhang wird das alte Wissen um die Wirkung von
Amuletten
aus Widertonpflanzen als Abwehrzauber durchaus verständlich. In
einer Anweisung aus dem 17. Jahrhundert ist
folgendes
zu lesen: "Wenn Sonne und Mond im Stier sind, sammelt
man bei angehendem Vollmond in den Stunden der Mitternacht Eschenbaumholz, Klettenwurzel, Gundelrebe und Grindkraut (Erdrauch).
"Im
Schatten getrocknet und am Hals hängend, an bloßer Haut
getragen auch nach Belieben auf die Pulsstellen der Hände (etwa als Halsband) gebunden und solches
dann und wann erneuert, so werden durch diese Dinge
geistige, verfestigende
und balsamische Kraft...."
.
Quellen:
Heilkräuter
und Zauberpflanzen zwischen Haustür und Gartentor, Wolf-Dieter Storl
Wildfrüchte,
- gemüse, -kräuter Elisabeth Mayer
Der
Weg des Sonnenfunkens - Peter Hochmeier
.
.
.
.
Newsletter
(Naturbrief)

Auf
dieser Seite suchen AGB
Downloads
Kräuterbücher
.
Medizinrad-Institut
all
rights reserved
G.C.Altmann / aktualisiert 08/2009 |